Donnerstag, 19. Februar 2015

Feindbild, geklickt, 2003

From the archives 2003

"Endlich einen Taliban mit eigenen Händen packen? Es den Amis mal so richtig zeigen? Oder einfach nur dem nervenden Nachbarn die Meinung geigen? Mit dem Feindbild-Baukasten kannst du dir deinen ganz persönlichen Sündenbock ins Wohnzimmer zaubern - und dabei feststellen, wie einfach und willkürlich das geht!"

Dies ist der Präsentationstext für den "Feindbild-Baukasten", ein Computerspiel, das ich im vierten Semester meines Kommunikationsdesign-Studiums gebaut habe.


Im Mittelpunkt des Spiels steht ein Mann, dem verschiedene Kleidung und Accessoires angeheftet werden können. Diese Gegenstände haben jeweils eine bestimmte soziale oder politische Bedeutung, sodass mit ihrer Hilfe die Figur zu einem zu Klischee geformt werden kann. Ein wütender Djihad-Krieger lässt sich mit dem Baukasten ebenso herstellen wie ein metrosexueller Yuppie aus Berlin.


Gleichzeitig ist es möglich, diese Attribute zu konterkarieren. So wird zum Beispiel ein Soldat zum Kiffer, ein Bauer bewaffnet sich mit einem Sturmgewehr und der vergnügungssüchtige Partygänger trägt plötzlich einen Knopf im Ohr.


Was anfänglich nach Spaß aussieht, lässt schnell eine Beliebigkeit in der Darstellung von Menschen und der Manipulation ihres Erscheinungsbilds erkennen. Der "Feindbild-Baukasten" macht mit wenigen Mausklicks deutlich, wie politische Propaganda funktioniert.


Ich habe das Konzept, die Zeichnungen und die Programmierung im Alleingang bewerkstelligt. Weil das alles ein bisschen zu viel war, existiert bisher nur der Teil, in dem der Feind gestaltet wird sowie ein paar Dummies für weitere geplante Anwendungen, zB. ein tödliches Duell mit dem selbstgeschaffenen Feind oder ein Plakat-Designer mit auswechselbaren Kampfparolen.


Einen Eindruck vom "Feindbild-Baukasten" und seinen Plänen bekommt ihr in diesem Let's Play-Video:



Mittwoch, 4. Februar 2015

Erst das Fressen, dann die Moral

Im Jahr 2011 wurde in Luzern die Kammeroper "Keyner nit" uraufgeführt. Das Stück ist eine musikalische Adaption des Buchs "Pataffio" von Luigi Malerba, dessen Schilderungen moralischer Verwahrlosung im Mittelalter auf eine neuzeitliche Managerkonferenz übertragen wurden. Der Zeitpunkt hat gewechselt, geblieben ist ein absurdes Schreckensszenario aus Hunger, Habgier und stumpfsinniger Geilheit - stets getrieben von der Frage, wem die Macht noch nützt, wenn es nichts mehr zu fressen gibt.

Hier sind einige meiner Live-Zeichnung von der Aufführung und den Proben sowie Bilder für das Plakat.

Mehr Infos zum Stück gibt es >>> auf meiner Webseite.





Sonntag, 1. Februar 2015

Graphic Novel on the road

Heute gibts mal wieder Einblicke in eine meiner vielen Graphic Novels, die halbfertig in der Schublade schlummern und auf einen Geldgeber warten, um vollendet zu werden.

Die folgenden Screenshots stammen von einem Projekt mit dem Abeitstitel "Ukta". Es ist die Geschichte des blasierten, egozentrischen Werbedesigners Max aus Berlin, der widerwillig nach Polen reist, um ein Erbe anzutreten. Er landet in Ukta, einer abgeschiedenen Kleinstadt in den Masuren, wo er seine polnische Familie kennenlernt und einen Clash of Civilisations erlebt.

Hier seht ihr Max, wie er morgens zur Arbeit in seine Werbeagentur fährt: